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31.07.2006 / Ausland / Seite 6

450 Häuser weggebombt – auf einen Streich

Auch die israelischen Angriffe im Gazastreifen halten an. Ein Augenzeugenbericht

Mohammed Omer, Beit Hanoun
Einwohner von Beit Hanoun im Norden des Gazastreifens erhielten vergangene Woche Anrufe der israelischen Besatzungsarmee. In gebrochenem Arabisch teilte ihnen ein Offizier mit: »Hier spricht die israelische Armee. Wir geben Ihnen eine Stunde, Ihr Haus zu verlassen!« 450 Häuser sollten bombardiert werden, jedes einzelne das Zuhause einer ganzen Familie. Weitere 3000 Menschen sollten also obdachlos werden.

Für Hajj Ali Al Sarakani und seine Frau Kefayah, beide 75 Jahre alt, zerfällt mit der Zerstörung ihres Hauses auch die Erinnerung an die Blüte ihrer Jahre zu Staub. Sie sitzen in einer der zumeist in Schulen von der UNO eingerichteten Notunterkünfte. Während Hajj Ali versucht, seine Frau zu trösten, zerreißt im nächsten Moment die Explosion einer in der Nähe einschlagenden Panzergranate die Luft. Die Druckwelle läßt die Fensterscheiben erzittern. Beide werfen sich zu Boden, Hajj Ali versucht, das Gesicht seiner Frau zu schützen. Über ihnen ein Kampfhubsch...

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