24.07.2006 / Feuilleton / Seite 12

Weniger, aber besser

Berater Castros und Großvater der Regulationstheorie: Charles Bettelheim ist gestorben

Henning Böke
An den französischen Ökonomen Charles Bettelheim erinnert man sich heute kaum noch. Am ehesten kennt man ihn noch in Indien, vielleicht entsinnt man sich auch in Kuba seines Beitrags zur »Großen Debatte« über die politische Ökonomie des Sozialismus. Bettelheim starb am 20. Juli im Alter von 92 Jahren in Paris. In den 60er und 70er Jahren war er einer der bekanntesten marxistischen Theoretiker, einflußreich in Frankreich und anderen romanischen Ländern, vor allem aber in Lateinamerika. Nach 1980 geriet er in Vergessenheit: Seine Thesen über die Notwendigkeit eines eigenständigen, auf Abkopplung vom Imperialismus beruhenden Entwicklungswegs der »dritten Welt« gelten im Zeitalter der neoliberalen Weltmarktintegration als obsolet.

Eher geduldig

Bettelheim war von Geburt an ein Kosmopolit im besten Sinne des Wortes. Sein aus Wien stammender jüdischer Vater arbeitete in Paris für eine Schweizer Bank. Der Erste Weltkrieg zwang den Österreicher, Frankreich zu ver...

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