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15.06.2006 / Titel / Seite 1

Arbeitsdienst ab acht

Arbeitsmarktexperte der Union will Arbeitslose 40 Wochenstunden umsonst jobben lassen. Das soll das Selbstwertgefühl stärken

Ralf Wurzbacher

Im Kampf gegen Arbeitslose kennen Politikerhirne keine Denkblockaden mehr. Wenn es mit den »Hartz-Reformen« allein nicht hinhaut, Menschen millionenweise zu unbezahlter Arbeit zu bewegen, müssen sie zu ihrem »Glück« gezwungen werden. Das jedenfalls meint der CSU-Bundestagsabgeordnete Stefan Müller, der am Mittwoch per Bild-Zeitung einen Zwangsdienst für ALG-II-Empfänger gefordert hat. »Alle arbeitsfähigen Langzeitarbeitslosen müssen sich dann jeden Morgen bei einer Behörde zum Gemeinschaftsdienst melden und werden dort zu regelmäßiger, gemeinnütziger Arbeit eingeteilt – acht Stunden pro Tag, von Montag bis Freitag«, empfahl der 30jährige Obmann der Unionsfraktion im Ausschuß für Arbeit und Soziales sitzt. »Wer sich verweigert und nicht erscheint, muß mit empfindlichen finanziellen Einbußen rechnen.«

Natürlich führt der CSU-Nachwuchsstar nur Gutes im Schilde: Die Betroffenen hätten »so nicht länger das Gefühl, überflüssig zu sein, g...

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