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10.06.2006 / Ansichten / Seite 2

»Im sozialen Bereich boomen Ein-Euro-Jobs«

Billigarbeiter füttern, pflegen und lehren. Fachkräfte werden arbeitslos, die Qualität geht in den Keller. Ein Gespräch mit Hille Gosejacob-Rolf

Ralf Wurzbacher

* Hille Gosejacob-Rolf ist Vorsitzende des Deutschen Berufsverbands für soziale Arbeit (DBSH) und Geschäftsführerin der Lebenshilfe Erlangen–Höchstadt e. V. im bayerischen Herzogenaurach

F: Der Bundesrechnungshof hat gravierende Mängel bei der Handhabung von Ein-Euro-Jobs festgestellt. Ein Viertel der Stellen verstoße gegen gesetzliche Vorgaben, in 75 Prozent der Fälle versage die Kontrolle. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

Das Gesetz definiert die Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung als zusätzliche Arbeit, die ohne Ein-Euro-Jobber nicht erledigt würde. In der Praxis gilt eine andere Regel. »Zusätzlich« sind danach jene Tätigkeiten, für die kein Geld mehr da ist, weil es keinen Kostenträger gibt, der diese Arbeit noch anerkennen würde. Es geht also um Arbeit, die sich der Staat früher noch leisten konnte und wollte, heute aber nicht mehr.

F: Sie sind selbst Geschäftsführerin einer Einrichtung, die...

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