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16.05.2006 / Inland / Seite 3

Zwischen Trotzki und Lafontaine

Über den Sinn einer Alleinkandidatur der WASG in Berlin und die Perspektiven des Klassenkampfes zwischen Hellersdorf und Havanna. Ein Streitgespräch zwischen Christine Buchholz und Lucy Redler

Jürgen Elsässer und Rüdiger Göbel
Lucy Redler ist Spitzenkandidatin der WASG Berlin, falls diese zur Abgeordnetenhauswahl im September antritt. Außerdem gehört sie der trotzkistischen »Sozialistischen Alternative« (SAV) an. Christine Buchholz ist Mitglied des Bundesvorstandes der WASG und des Rixdorfer Kreises im Landesverband Berlin, die beide ein Wahlsolo der Wahlalternative ablehnen. Außerdem gehört sie der trotzkistischen Gruppe »Linksruck« an.
F: Frau Redler, was bringt es, wenn eine lupenreine Avantgarde zur Berliner Landtagswahl antritt und dann nur zwei oder drei Prozentchen holt?

Lucy Redler: Wer spricht denn von Avantgarde? Uns geht es darum, daß es überhaupt eine linke Kandidatur gibt. Wir wollen mit der Logik des kleineren Übels, das die Berliner Linkspartei für sich und die Koalition mit der SPD in Anspruch nimmt, brechen. Die jüngste Umfrage hat drei Prozent ermittelt, die uns sicher wählen wollen. Eine andere Umfrage bescheinigt uns ein Gesamtpotential von zwölf Prozent....

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