11.05.2006 / Feuilleton / Seite 15

Kein Staat nirgends

Wann geht die erste Uni an die Börse? Die Dachorganisation der europäischen Rektoren ist unschlüssig

Matthias Becker
Es wird Gewinner und Verlierer geben«, sagt Jörg Dräger, Hamburger Senator für Wissenschaft, Bildung und Gesundheit. Damit erzählt er den Anwesenden nichts Neues. Hochschulrektoren aus ganz Europa waren im April nach Hamburg gekommen, um über die Zukunft der Hochschulfinanzierung zu beraten. Fast alle spüren den wirtschaftlichen Druck durch die wachsende Rolle von »leistungsbasierten Zuschüssen«, bei steigenden Studentenzahlen und bestenfalls eingefrorenen Staatsgeldern. Der sich allmählich vollziehende Umbruch des Universitätssystems wird, das ist ihnen klar, zu einer Polarisierung führen: Einerseits werden gut ausgestattete Hochschulen mit »Spitzenforschung« und einem hohen Anteil ausländischer Dozenten und Studenten entstehen, andererseits ungeliebte und unterfinanzierte Massenbetriebe. Besonders kraß könnte diese Entwicklung in Deutschland verlaufen, wo in nächster Zeit Jahr für Jahr mit jeweils 60000 Studierenden mehr zu rechnen ist. Gleichzeitig wir...

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