11.04.2006 / Feuilleton / Seite 13

Seht ihr’s nicht?

Weiterhin nicht verboten: »Tristan und Isolde« an der Staatsoper Berlin

Peer Schmitt
Cinemascope ist vor allem für Beerdigungen geeignet. Fritz Langs Witz aus Jean Luc Godards Film »Die Verachtung« hat seine Gültigkeit bewahrt. Godard war auch im Programmheft für Stefan Bachmanns Inszenierung von »Tristan und Isolde« an der Berliner Staatsoper präsent. Abgedruckt war eine kurze Anmerkung im Kontext seines Film »Rette sich wer kann – das Leben« über Todesbilder im Kino. Immer wieder werden Filme aus der rückblickenden Sicht, als »Generalabrechnung«, aus der Perspektive von Helden erzählt, die bereits gestorben sind. Und die Filmtheorie hat ihre Version der Geschichte oft genug erzählt: Das Kino ist der Lebensraum der Vampire, das Reich der Toten.

Stefan Bachmann inszenierte das Stück genau unter dieser Prämisse: Diese Helden, die immerzu vom Wunsch singen, gemeinsam zu sterben, sind bereits tot. Würden sie irgendeiner Illusion unterliegen, dann der, noch am Leben zu sein. Im Text wird dies durch eine simple Änderung eindeutig markiert. Stat...

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