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09.03.2006 / Inland / Seite 3

Harakiri der Linken

Die Eigenkandidatur der Berliner WASG nützt dem neoliberalen Flügel in der Linkspartei. Gegen dessen Offensive hilft kein blitzsauberer Avantgardismus

Jürgen Elsässer

Die Linke war schon immer gut im uralten Bolschewiki-/Menschewiki-Spiel. Lenin reklamierte im Jahre 1903 die Mehrheit der russischen Sozialdemokratie für sich, nachdem auf einer klitzkleinen Exilversammlung in London 28 Genossen für seine Parteikonzeption gestimmt hatten, aber nur 22 dagegen (einer war gerade aufm Klo beziehungsweise im »Sumpf«, wie Wladimir Iljitsch zu sagen pflegte). Ähnlich eindrucksvoll war der Sieg der Radikalen bei der Urabstimmung der Berliner WASG: 272 votierten für einen eigenständigen Wahlantritt bei den Berliner Abgeordnetenhauswahlen im September, 245 dagegen, 343 enthielten sich auf die eine oder andere Weise. Defätisten sagen, daß damit das Ja zum Wahl-Solo lediglich von knapp 32 Prozent der Mitgliederschaft unterstützt worden sei. Revolutionäre aber, das stand schon in der Iskra respektive Prawda, halten sich mit solchen Erbsenzählereien nicht auf. Warum können 272 an der Spree nicht dasselbe beginnen, was 28...

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