27.10.2005 / Ausland / Seite 3

Der Deutsche mit den stahlblauen Augen

UN-Sonderermittler Mehlis präsentiert sich erneut als Scharfmacher. Er bleibt seiner Biografie als Westberliner Oberstaatsanwalt treu

Raoul Wilsterer

Detlev Mehlis trumpfte am Dienstag in New York erneut auf. Hatte der Shootingstar der internationalen Diplomatie bereits am vergangenen Donnerstag mit eigenartigen Hypothesen die syrische Regierung in die Schurkenecke gedrängt, so unterfütterte er nun noch einmal seine Rolle als Großinquisitor. Vor dem UN-Sicherheitsrat wiederholte der aus dem untergegangenen Isotop Westberlin aufgestiegene Oberstaatsanwalt zunächst seine folgenschweren Anwürfe gegen Syrien. Die Mörder des libanesischen Expremiers Rafik Hariri hätten mindestens mit dem Einverständnis hoher syrischer Geheimdienstbeamter gehandelt, meinte Mehlis. Denn: Ohne deren Wissen hätte eine »so komplizierte Mordtat« schwerlich ausgeführt werden können. Im nächsten Atemzug dann warf er Syrien »mangelnde Bereitschaft« zur Zusammenarbeit vor.

»Unser Mann in Beirut« (FAZ, 22.10.) ist dabei, sich weltweit einen Namen zu machen. Dazu benötigt er ein strenges Profil als Scharfmacher. Obwohl sein Mandat a...

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