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22.08.2005 / Inland / Seite 4

Neonazis umgeleitet

Während sich Wunsiedel mit gerichtlicher Hilfe »bunt statt braun« geben konnte, kam es in mehreren Städten zu rechten Aufmärschen

Claudia Wangerin / Andreas Siegmund-Schultze

»Wunsiedel ist bunt, nicht braun« stand auf mehreren Transparenten, quer über die Zufahrtsstraßen gespannt von der gleichnamigen Bürgerinitiative, die am Samstag einen kleinen Sieg zu feiern hatte. Der geplante Naziaufmarsch zum Gedenken an Hitlers Stellvertreter Rudolf Heß war in letzter Instanz vom Bundesverfassungsgericht verboten worden. Nazis, darüber sollte kein Zweifel aufkommen, sind in dieser Stadt unerwünscht. Vertreter etablierter Parteien nutzten den Tag jedoch in erster Linie zur Propagierung der guten alten Totalitarismustheorie.

CSU-Staatsminister Werner Schnappauf sprach denn in seinem Grußwort auf dem Marktplatz in Wunsiedel auch nicht von Neonazis, sondern von »Radikalen, die wir aus unseren Städten treiben müssen« – auch gerichtet an einige Antifaschisten, durch deren Zwischenrufe er sich gestört fühlte. Als Hauptredner fungierte Joachim Gauck, einst als oberster Stasijäger Leiter der »Gauck-Behörde«, der in die gleiche Kerbe schlug...

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