11.07.2005 / Ansichten / Seite 3

»Sarajevo versucht, Beweise zu manipulieren«

Zehn Jahre nach der Eroberung von Srebrenica müssen endlich die Unterlagen aller Bürgerkriegsparteien zugänglich gemacht werden. Ein Gespräch mit Miroslav Toholj*

Jürgen Elsässer, Belgrad

* Miroslav Toholj war während des Bürgerkrieges in Bosnien-Herzegowina (1992 bis 1995) Informationsminister in der Regierung der Republika Srpska unter Präsident Radovan Karadzic

F: Am 11. Juli 1995 hat die Armee der bosnischen Serben die moslemische Enklave Srebrenica erobert, obwohl es eine UN-Schutzzone war. Warum haben sie das getan?

Wir wollten die Stadt eigentlich gar nicht erobern, sondern sie wurde vom Gegner geräumt und uns sozusagen angeboten. In den Tagen zuvor war es zu Kämpfen in der Umgebung gekommen, und als wir dann mit sehr schwachen Kräften – vielleicht 200 bis 300 Soldaten – den Stadtrand erreichten, stellten wir fest, daß der Gegner weg war. In dieser Situation entschlossen wir uns zur Besetzung. Aber es gab gleich am 11. Juli einen ausdrücklichen schriftlichen Befehl von Präsident Karadzic, daß die moslemischen Zivilisten strikt zu schonen und die moslemischen Soldaten, falls man welche gefangennehmen sollte, nach den Regeln der...



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