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04.05.2005 / Feuilleton / Seite 13

Arbeiten und Sehen

Skepsis, radikale Autobiographie und Schmerzen: Zwei politisch bemerkenswerte Sonderreihen der 51. Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen, die am Donnerstag beginnen

Florian Neuner / Dietmar Kammerer

Gerechtigkeit

Als er Ende der neunziger Jahre die Möglichkeit bekam, für das Fernsehen einen Film »über den Arbeiter am Ende des 20. Jahrhunderts« zu drehen, schreckte Stefan Hayn vor dieser Aufgabe zurück. Dieser Arbeiter, so Hayns Überlegung, das war er doch eigentlich selbst, der seine Filme damals mit der Arbeit als Altenpfleger oder dem Jobben in einer Pharmafabrik finanzierte. Statt des Fernsehauftrags drehte er den Kurzfilm »Ein Film über den Arbeiter« (1997/98): eine radikale Antwort auf die Frage, wie es möglich sei, im Zeitalter der Dokusoaps und des totalen Infotainments überhaupt noch verantwortlich dokumentarisch zu arbeiten. Einziger Protagonist ist der Filmemacher selbst, der seine eigenen Erfahrungen in der Arbeitswelt in die Waagschale zu werfen hat – nicht mehr und auch nicht weniger.

Hayn mißtraut dem handelsüblichen, unreflektierten Dokumentarismus, der vermeintlichen Authentizität der Bilder und ihrer manipulativen Verwendung. Und e...



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