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07.02.2005 / Ausland / Seite 15

Den Wölfen überlassen

Fehler im Detail und im großen und ganzen: Conrad Schetter reduziert die Geschichte Afghanistans auf die der Herrscher

Matin Baraki

Der Bonner Ethnologe Conrad Schetter hat eine kleine Geschichte Afghanistans geschrieben. Wie bei vielen anderen nicht aus der Region stammenden Autoren ist die Darstellung weitgehend korrekt, soweit es sich um allgemeine Fragen handelt, jedoch fehlerhaft, wenn es um interne bzw. Detailaspekte geht. Sehen wir mal von »Kleinigkeiten« ab wie der, daß der Krieg in Afghanistan 1979 »ausbrach« (S. 10) – wobei Kriege ja von Menschen gemacht und auch begonnen werden – oder daß Conrad Schetter durchgehend den Begriff »Machtergreifung« sowohl bei den »Kommunisten« als bei den »Islamisten« verwendet. Dieser Begriff sollte dem Naziregime in Deutschland vorbehalten bleiben.

Die Ansicht, daß die Afghanen »den Zusammenbruch der Sowjetunion« (S. 13) und die Öffnung der »Berliner Mauer« eingeleitet hätten, ist sehr populär, und die afghanischen »Mudschaheddin«, Nationalisten und Chauvinisten fühlen sich dadurch sicher geehrt; wer sich aber mit den innenpolitischen Fakto...

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