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17.01.2005 / Feuilleton / Seite 13

Zum Nachtisch

90 Tage Erinnerungsarbeit am Maxim-Gorki-Theater, Berlin: Am Freitag hatte »Moskauer Eis« Premiere

Christoph Woldt

Auf grauem Estrich, zwischen einer DDR-Plattenbaufront und einem riesigem Rahmen aus Holztapete, steht eine Bank aus Beton. Ein Stadtmöbel aus preiswertem Material, eckig, kunstlos, bieder, funktional. Manchmal leuchten die Wohnzimmer als Projektion auf der Hochhausfassade. Das Gelb hinter den Fenstern erinnert an Träume der Bewohner. Die industrielle Gleichheit der Schließfächer verweist auf die Zwänge der Erbauer (Bühne: Ulrike Siegrist). Aus dem Fernsehfenster gegenüber strahlt die neue Zeit, ein vereister Kußmund im bunten Hochglanz der Werbung.

Surrogate überall

»Moskauer Eis« hieß eine Mischung aus Pflanzenfett und Milchpulver, gefrostet zwischen feuchter Waffelpappe, eingepackt in weiß-gelbes Butterbrotpapier, zu Hause in Tiefkühltruhen, hergestellt im VEB Bako. Pflanzenfett statt Sahne hieß die Devise der Entwickler, denn Futtermittel für Milchspender waren damals knapp.

Annja Kobe ist die Tochter eines Kältetechnikers aus Magdeburg und l...





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