15.01.2005 / Titel / Seite 1

Monopoly in Serbien

WAZ-Konzern plant Aufkauf der größten Tageszeitung Vecernje Novosti. Bundeskanzler Schröder als Lobbyist. Redaktion zum Widerstand entschlossen

Jürgen Elsässer, Belgrad

Ein deutscher Pressekonzern spielt weiter sein aggressives Monopoly auf dem Balkan: Der Konzern der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) kauft eine Zeitung nach der anderen. Bereits jetzt wird etwa die Hälfte des Jahresumsatzes von rund zwei Milliarden Euro im Ausland erwirtschaftet. Nächstes Opfer soll das renommierte Belgrader Blatt Vecernje Novosti sein, die größte Tageszeitung in Südosteuropa. Der Essener Konzern würde bei einem Abschluß noch 14 weitere Presseprodukte und ein Hochhaus in der Belgrader City unter die Fuchtel bekommen. Mit Politika (Belgrad), Dnevnik (Novi Sad) und Vijesti (Podgorica) besitzt der WAZ-Konzern bereits drei der wichtigsten Tageszeitungen in Serbien-Montenegro. Eine vierte – die nach Novosti am weitesten verbreitete Blic – gehört dem Schweizer Monopolisten Ringier. Eine fünfte – die prowestliche Danas – hängt am Tropf ausländischer Spender. »Wird Novosti an WAZ verkauft, gibt es in Serbien keine einflußreiche Zeitung in ...

Artikel-Länge: 3494 Zeichen

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich

Jetzt die junge Welt abonnieren und Zugriff auf alle Artikel erhalten!

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe