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06.01.2005 / Feuilleton / Seite 3

Alle Macht den Hits

Politische Kunst ist immer ein Trotzdem: Chumbawamba funktionieren nach dem Party-Wunschprinzip und spielen auf der Rosa-Luxemburg-Konferenz

Christof Meueler

Chumbawamba spielen mit Violine, und es macht nichts. Das ist weder klebrig noch kitschig, sondern einleuchtend. Chumbawamba sind eben eine revolutionäre Band. Stellen Sie sich mal vor, es gäbe einen starken militanten linken Flügel in der SPD, bei den Grünen wären Ebermann, Trampert und Ditfurth immer noch bestimmend, die DKP wäre superhip und die FAU zusammen mit den nicht untergegangenen Autonomen eine mächtige Massenbewegung – dann hätten Sie einen ungefähren Eindruck, wie diese Acht-Personen-Band politisch-ästhetisch funktioniert. Nämlich nach dem Wunschprinzip der marginalisierten Mix-Cassette. Da wird viel draufgepackt, miteinander abgestimmt und sehr auf Kontexte und Wirkweisen geachtet. Es gilt das legendäre Theorem von Diedrich Diederichsen zur Erklärung von Pop: »Aus dem Zusammenhang reißen, in den Zusammenhang schmeißen«.

Party for your right to fight

Und Chumbawamba aus Leeds, Nordengland, machen seit 20 Jahren politischen Pop, der si...



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