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09.12.2004 / Thema / Seite 10

»Lohnpolitik muß auch expansiv sein ...«

Viktor Agartz (1897 bis 1964) und die sozialistische Linke. Den Charakter des Unternehmens ändert die Mitbestimmung nicht (Teil I)

Christoph Jünke

Wie so oft schwingt im Augenblick des Höhepunkts der anschließende Niedergang schon latent mit – auch in diesem Fall. Die Rede des überzeugten Sozialisten und Gewerkschaftstheoretikers Viktor Agartz auf dem Frankfurter DGB-Kongreß im Oktober 1954, vor ziemlich genau einem halben Jahrhundert, gilt Gegnern wie Freunden, Zeitzeugen wie Historikern als Höhepunkt des gewerkschaftlichen Radikalismus in der bundesdeutschen Nachkriegszeit.


Frankfurt/Main, Oktober 1954


»Wir müssen feststellen«, erinnerte Agartz seine mehrere hundert Zuhörer an die zurückliegenden Jahre seit der westdeutschen Währungsreform, »daß selten eine kapitalistische Expropriation so offen vollzogen worden ist wie nach dem Jahre 1948«.

Mit Hilfe der Bajonette der westlichen Besatzungsmächte sei die in den ersten Jahren nach Faschismus und Krieg erhoffte radikale Demokratisierung »sicherlich in gleicher Weise« wie im Osten Deutschlands verhindert worden. Die politische Wirklic...




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