30.10.2004 / Ansichten / Seite 2

»Soziale Selektion wird zementiert«

Kritik am dreigliedrigen Schulsystem bedeutet noch keinen Sinneswandel. Ein Gespräch mit Michael Hartmann

Ralf Wurzbacher

* Michael Hartmann ist Soziologieprofessor an der Technischen Universität Darmstadt und befaßt sich schwerpunktmäßig mit Elitenforschung. Zu seinen zahlreichen Veröffentlichungen gehören die Bücher »Der Mythos von den Leistungseliten« und »Elitesoziologie«


F: Nach dem abermals miserablen Abschneiden Deutschlands in der neuesten OECD-Bildungsstudie liebäugeln SPD und Grüne mit der Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems. Wie ernst nehmen Sie beispielsweise die Ankündigung der Kultusministerin von Schleswig-Holstein, Ute Erdsiek-Rave (SPD), innerhalb von 15 Jahren auf ein integriertes Schulsystem nach dem Vorbild Schwedens oder Finnlands umzustellen?

Ich bin da sehr vorsichtig. Die Reaktion auf die 2002 veröffentlichte PISA-Studie – so etwas wie die Generalabrechnung mit dem dreigliedrigen Schulsystem – war sowohl seitens der Wissenschaft als auch der Politik praktisch gleich null. Selbst renommierte Bildungsforscher wie Klaus Klemm oder Hans-Gü...




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