01.09.2004 / Feuilleton / Seite 12

Unverdrossen drucken

Der Verlag Klaus Wagenbach feiert seinen vierzigsten Geburtstag

Günter Platzdasch

Vom 40. Geburtstag eines Verlags der deutschen Linken wird in diesen Tagen die Rede sein. Eine schiefe Formulierung, schaut man sich den Wagenbach-Verlag genauer an. Er repräsentiert nicht die deutsche Linke, sondern nur einen wertvollen Ausschnitt. Klaus Wagenbach und der von ihm gegründete (inzwischen seiner Frau Susanne Schüssler und Tochter Nina Wagenbach übereignete) Verlag repräsentieren eher die Spaltungen, Verwirrungen und Tabus der deutschen Linken. Es war aus heutiger Sicht ein Glücksfall, daß Wagenbach als Lektor des großen S.-Fischer-Verlags entlassen wurde. Mit dem Verscherbeln einer geerbten Wiese in Hessen kam im September 1964 das Startkapital zusammen, aus dem der »unabhängige Verlag für wilde Leser« (heutige Eigenwerbung) entstand. Zu den ersten Autoren gehörten neben Ingeborg Bachmann, Günter Grass, Christoph Meckel auch der Exkommunist und »Gruppe 47«-Papa Hans-Werner Richter und – Wolf Biermann. So wie DDR-Verlage sich damals noch als...

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