17.04.2004 / Thema / Seite 14

»Tote auf Urlaub«

Die Münchner Räterepublik vor 85 Jahren

Nick Brauns

Viele Münchner wollten am Morgen des 7. April 1919 ihren Augen nicht trauen. »Die Entscheidung ist gefallen«, verkündeten Plakate in der ganzen Stadt. »Baiern ist Räterepublik. Das werktätige Volk ist Herr seines Geschicks.« So war es vom Zentralrat der bayerischen Arbeiter-, Soldaten- und Bauernräte während einer nächtlichen Sitzung im ehemaligen Schlafzimmer der Königin von Bayern beschlossen worden. Dieser Zentralrat, der sich aus Vertretern der SPD, USPD, KPD sowie Volksräten der Arbeiter, Bauern- und Soldatenräte zusammensetzte, war nach der am 21. Februar erfolgten Ermordung des bayerischen Ministerpräsidenten Kurt Eisner und den am selben Tag im Landtag abgegebenen Schüssen eines anarchistischen Arbeiters gebildet worden, um das entstandene Machtvakuum zu füllen.

Nach der Errichtung der ungarischen Räterepublik am 21. März war auch in Bayern der Ruf nach Räteherrschaft lauter geworden. Mit einem Generalstreik versuchten die Augsburger Arbeiter am
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