12.01.2004 / Thema / Seite 10

Waterberg 1904

Am 12. Januar vor hundert Jahren erhoben sich die Herero gegen die deutsche Kolonialherrschaft. Der Aufstand wurde niedergeschlagen in einem der blutigsten Kolonialkriege der Geschichte, dessen Auswirkungen bis in die Gegenwart reichen (Teil I)

Claus Kristen

Ausgerechnet Samuel Maharero, bislang einer der zuverlässigsten Verbündeten unter den Einheimischen, äußert diese haßerfüllten Sätze: »An alle Großleute meines Landes. Ich bin Samuel Maharero, Oberhäuptling der Herero. Ich kämpfe, tötet alle Deutschen. Ich habe einen Befehl an alle meine Leute angefertigt, daß sie nicht weiter ihre Hände legen an folgende: Engländer, Bastards, Bergdamara, Nama, Buren. Alle diese rühren wir nicht an. Tut dies nicht! Ich habe einen Eid geschworen, daß dieser Beschluß nicht bekannt werden darf, auch nicht den Missionaren. Genug!« Und die Herero lassen den Worten Taten folgen. Am 12. Januar 1904 beginnt der Aufstand. In den nächsten Tagen werden 123 Deutsche getötet. Häufig werden deutsche Farmer nichtsahnend herausgerufen, ihnen wird ein »guter Tag« gewünscht und anschließend mit der Keule der Schädel eingeschlagen. Frauen und Kinder werden bis auf wenige Ausnahmen verschont.

»Schutzverträge«


Das Deutsche Reich un...

Artikel-Länge: 17560 Zeichen

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich

Jetzt die junge Welt abonnieren und Zugriff auf alle Artikel erhalten!

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe