12.12.2003 / Feuilleton / Seite 13

GBM ehrt kanadischen Wissenschaftler

Menschenrechtspreis für Michel Chossudovsky

Arnold Schölzel

Nur wenige Wochen nach dem Putsch vom 11. September 1973 ordnete die Junta Pinochets über Nacht eine Erhöhung der Brotpreise in Chile von elf auf 40 Escudos an, eine Verteuerung um 264 Prozent. Auf Anraten der »Chicago Boys«, der Jünger des US-Ökonomen Milton Friedman, wurden zugleich die Löhne eingefroren, um »das Inflationsrisiko zu bekämpfen«. Michel Chossudovsky arbeitete zu dieser Zeit als junger Wirtschaftswissenschaftler an der katholischen Universität in Santiago de Chile. Die Ereignisse dort, so sagte er am Mittwoch in Berlin, veranlaßten ihn, die Ideologie des »freien Marktes« zunächst als Mittel der ökonomischen Unterdrückung und schließlich als Instrument zur Herstellung einer »neuen Weltordnung« zu untersuchen.

Für seine Forschungen und sein politisches Engagement erhielt der kanad...

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