24.11.2003 / Thema / Seite 10

Birthler, Bayer und das Gas

Der eigentliche Skandal hinter den Stasivorwürfen gegen Günter Wallraff. Deutsche Kontinuitäten in der Chemiewaffenproduktion

Udo Hörster

Günter Wallraff hat mal wieder für einen Skandal gesorgt – nach Meinung eines Großteils der Medien dieses Mal für einen Skandal in eigener Sache. Als »inoffizieller Mitarbeiter der Stasi« habe »er auch die Bayer AG ausspioniert«, schreibt etwa die Rheinische Post. Der Schriftsteller bestreitet dies und stellt klar, er und der Chemiker Jörg Heimbrecht hätten in den 70er Jahren lediglich Material aus DDR-Quellen als Grundlage für eigene Recherchen zu Forschungen an chemiewaffenfähigen Substanzen bei Bayer und an bundesdeutschen Hochschulen benutzt. Für die als Ergebnis dieser Arbeit unter anderem in der Zeitschrift Konkret publizierten Artikel interessierte sich niemand. Wallraff selbst soll der Skandal sein, nicht aber der Leverkusener Chemie-Multi mit seiner bis in den Ersten Weltkrieg zurückreichenden Chemiewaffentradition.


Der würgende Tod


Triumphierend hält die Stasibeauftrage Marianne Birthler den Pressefotografen die mit einem »secret«-Ver...



Artikel-Länge: 12378 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen

Bitte einloggen

Abo abschließen

  • Gedruckt

    Printabo

    Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

    37,90 Euro/Monat Soli: 47,90 €, ermäßigt: 27,90 €
  • Online

    Onlineabo

    24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

    16,90 Euro/Monat Soli: 21,90 €, ermäßigt: 10,90 €
  • Verschenken

    Geschenkabo

    Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

    37,90 Euro/Monat Soli: 47,90 €, ermäßigt: 27,90 €

Kurzzeitabo abschließen

Zur aktuellen Ausgabe