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29.12.2020 / Feuilleton / Seite 11

Das widerliche Selbstmitleid

Schonungslose Rechenschaft: Susanne Kerckhoffs »Berliner Briefe« aus Nachkriegsdeutschland

Matthias Reichelt

Als Susanne Kerckhoff nach dem Krieg Deutschland bereiste, war sie konsterniert: »Ich habe nicht einen schuldbewussten Nazi angetroffen, nicht einen, nicht einen einzigen! Entweder waren sie gar keine Nazis, oder sie sind, wie es dem charakterfesten deutschen Manne geziemt, stolz darauf, Nazi gewesen zu sein und es zu bleiben, ›bis mal wieder bessere Zeiten kommen!‹« Die Autorin hatte ihre schriftstellerische Karriere in Nazideutschland begonnen. Ihr Werdegang ist mindestens so interessant wie die dreizehn »Berliner Briefe« einer fiktiven Korrespondenz, der diese Zeilen entnommen sind.

Susanne Kerckhoff wurde 1918 in Berlin als Tochter der Cembalistin Eta Harich-Schneider und des Schriftstellers Walther Harich geboren. Der marxistische Philosoph Wolfgang Harich war ihr jüngerer Halbbruder aus der zweiten Ehe des Vaters. 1935 veröffentlichte Kerckhoff ihr erstes Gedicht in der Illustrierten Die Dame. Bis zum Kriegsende folgten Romane, die im weitesten Sinne...

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