09.08.2003 / Wochenendbeilage / Seite 3 (Beilage)

Zivilgesellschaftlicher Diskurs

Der schwarze Kanal: Wenn Kritik an Israels Besatzungsmacht als »Judenhaß« denunziert wird

Der kanadisch-britische Philosoph Ted Honderich hat ein Buch unter dem Titel »Nach dem Terror. Ein Traktat« geschrieben, das in der Jubiläumsreihe »40 Jahre edition suhrkamp« erschienen ist. Die erste Auflage ist vergriffen. Eine zweite wird es nicht geben. Denn der Suhrkamp-Verlag ist der Forderung des Direktors des Fritz-Bauer-Instituts, Micha Brumlik, »das Buch unverzüglich vom Markt zu nehmen«, nachgekommen.

Honderich befaßt sich in seinem »Traktat« schwerpunktmäßig mit dem »schlechten Leben« der überwiegenden Mehrheit der Weltbevölkerung, worin er die Hauptursache für den Terrorismus sieht. Am Rande streift er auch das Palästina-Problem. Seine Überlegungen dazu bewegen ihn zu einer moralischen Rechtfertigung des palästinensischen Widerstandes, auch in Form von Selbstmordattentaten. Er schreibt: »Diejenigen Palästinenser, die zu unvermeidlichen Tötungen als Mittel gegriffen haben, waren im Recht, zu versuchen, ihr Volk zu befreien; und diejenigen,...

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