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17.10.2020 / Wochenendbeilage / Seite 4 (Beilage)

Der neue Kolonialismus

Rassistische Morde und Landraub im Namen des Umweltschutzes. Indigene im globalen Süden müssen sich weißen Herrschaftsdenkens erwehren

Fiore Longo

Du streifst mit deinem besten Freund durch den Regenwald. Die Sonne scheint durch das Blätterdach, während ihr euch unterhaltet und lacht. Die Vögel zwitschern, Affen kreischen, und in der Ferne ist ein Geräusch zu hören, das von einem Waldelefanten stammen könnte. Plötzlich hörst du einen Schuss: Dein Freund bricht zusammen, du stürzt auf die Knie, um ihn aufzufangen. Deine Hände sind rot von dem Blut, das seine Kleidung durchtränkt.

Dein Freund wurde soeben von einem Ranger erschossen. Es war eine Tötung im Namen des Naturschutzes. Fragt man manche Naturschützende, rechtfertigt diese Tatsache den Mord. Medienrecherchen legen den Schluss nahe, dass beispielsweise der Umweltschutzorganisation WWF der Erhalt gefährdeter Arten weitaus wichtiger ist als die Menschen im globalen Süden. Die außergerichtliche Tötung eines Menschen »zum Schutz gefährdeter Arten« wird als Erfolg gefeiert, bewahrt es doch »unsere« wertvollen Nashörner, Tiger und Elefanten vor dem A...

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