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26.09.2020 / Inland / Seite 8

»Die Berichterstattung ist bemerkenswert inkonsistent«

In der Coronakrise hängt Bild die Fahne in den Wind. In anderen Fällen agiert das Boulevardplatt voyeuristisch. Gespräch mit Moritz Tschermak

Kristian Stemmler

Jüngst sorgte Bild selbst in bürgerlichen Kreisen für Empörung. In Solingen hatte eine Mutter mutmaßlich fünf ihrer sechs Kinder getötet. Das Boulevardplatt zitierte aus einem Whats-App-Chat ihres elf Jahre alten Sohnes, der überlebt hatte. Wie bewerten Sie das?

In der Summe handelt es sich um ein ziemlich verwerfliches Vorgehen der Bild-Redaktion. Sie hat nicht nur zitiert, was der Elfjährige im Chat äußerte. Auf bild.de wurde zudem ein Screenshot des Chats veröffentlicht, ein zwölf Jahre alter Freund des Jungen wurde zitiert. Aus medienkritischer Sicht ist es zwar verständlich, dass über den Fall berichtet wird. Aber das kann auch sachlich geschehen. Das Ereignis ist schlimm genug, da müssen nicht auch noch Kamerateams dort herumlungern und Nachbarn befragt werden. Das ist purer Voyeurismus. Übrigens nicht nur von Bild, sondern auch von anderen Redaktionen.

Axel-Springer-Verlagschef Mathias Döpfner kritisierte das Vorgehen öffentlich. In den Medien wurd...

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