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24.08.2020 / Thema / Seite 12

Lasst Bismarck auf dem Sockel

Plädoyer für einen dialektischen Umgang mit der Geschichte

Nick Brauns

Im Zuge der »Black Lives Matter«-Bewegung wurden in mehreren Staaten Denkmäler von Sklavenhändlern und Kolonialisten gestürzt, in einem Hafenbecken versenkt, mit Farbe verziert oder ins Museum verbannt. In Deutschland sind die zahlreichen Denkmäler für Reichsgründer Otto von Bismarck in die Kritik antikolonialer und antirassistischer Aktivisten geraten. Insbesondere die Sanierung des den Hamburger Stadtteil Sankt Pauli überragenden Bismarck-Denkmals hat zu Protesten geführt. Nun ist es unzweifelhaft, dass die neun Millionen Euro, die für die Pflege des Kolosses veranschlagt werden, an anderer Stelle etwa im Bereich der antifaschistischen und antikolonialen Gedenkkultur sinnvoller angelegt wären. Dennoch erscheint der heute von Seiten der radikalen Linken mit der historischen Persönlichkeit Bismarck gepflegte Umgang weithin als ahistorischer und moralisierender Rückfall hinter frühere Erkenntnisse der marxistischen Geschichtsforschung.

»Ein Staatsmann von ...

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