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25.07.2020 / Geschichte / Seite 15

In barbarischer Tradition

Vor 120 Jahren gab Kaiser Wilhelm II. in seiner »Hunnenrede« dem deutschen Kolonialismus die Richtung vor. Den Worten folgte ein Massenmord in China

Jörg Kronauer

»Eine große Aufgabe harrt eurer.« Mit gewohntem Pathos verabschiedet Kaiser Wilhelm II. am 27. Juli 1900 das deutsche Expeditionskorps in Bremerhaven in den Einsatz nach China. Dort hat sich die Bevölkerung gegen die Kolonialmächte, darunter Deutschland, erhoben – ihr Aufstand soll nun erbarmungslos niedergeschlagen werden. Der Kaiser spricht vor den Militärs und redet sich in Rage: »Ihr sollt fechten gegen einen verschlagenen, tapferen, gut bewaffneten, grausamen Feind. Pardon wird nicht gegeben! Gefangene werden nicht gemacht!« Wie einst die Hunnen sollten die deutschen Soldaten im Reich der Mitte operieren, zetert Wilhelm II., damit es »niemals wieder ein Chinese wagt, einen Deutschen scheel anzusehen!« Seine Ansprache bei der Entsendung der deutschen Truppen geht als »Hunnenrede« in die Geschichte ein.

Kühl kalkulierende deutsche Strategen hatten China schon lange im Blick – schon zu Zeiten, als es das Deutsche Reich noch gar nicht gab, als aber europ...

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