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20.06.2020 / Inland / Seite 5

Schöpfungsakt des Kapitals

Eine kurze Geschichte des Geldes. Teil 1: Fehler und Rätsel. Zentralbanken stellen dem Markt Billionen zur Verfügung. Mythen ranken sich um deren Entstehung

Lucas Zeise

Ob Rettungspakete der Bundesregierung oder Staatsanleihenkäufe der EZB: Geld ist in der Coronakrise das bestimmende Thema. In dieser zehnteiligen jW-Serie werden mit Hilfe marxistischer Erkenntnisse bürgerliche Mythen entlarvt – vom Tauschwert einer Kaurimuschel bis hin zum Handel mit Kryptowährungen. (jW)

»Schön, die Phönizier haben das Geld erfunden. Aber warum so wenig?« Das Zitat wird Johann Nestroy zugeschrieben. In Wirklichkeit stammt es wohl von einem polnischen Dramatiker namens Marian Zalucki aus dem Jahr 1970. Besonders absurd kommt es uns heute vor, da Geld zwar immer noch für uns normale Sterbliche knapp ist, zugleich aber in der Zeitung von der enormen Geldvermehrung durch die Zentralbanken die Rede ist. Diese mit dem Auftrag der Emission (Herausgabe) von Geld beauftragten Institutionen sind in der sich entfaltenden Wirtschaftskrise dabei, frisches Geld in bisher nicht gekannter Menge in die Welt zu setzen. Die Europäische Zentralbank (EZB) z...

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