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24.02.2020 / Ausland / Seite 7

Keine Gerechtigkeit für die Opfer

Chiles Regierung verschleppt die Aufarbeitung der Verbrechen in der »Colonia Dignidad«

Santiago Baez

In Chile haben Angehörige der in der »Colonia Dignidad« Gefolterten und Ermordeten der Regierung des südamerikanischen Landes vorgeworfen, die Aufklärung der Verbrechen zu verschleppen. Wie der linke Rundfunksender Radio Nuevo Mundo am 14. Februar berichtete, kritisieren die Mitglieder verschiedener Opfervereinigungen insbesondere Justizminister Hernán Larraín. Dieser sei verantwortlich dafür, dass die Ermittlungen nicht vom Fleck kämen.

Zuvor hatte bereits die Deutsche Welle in einem ausführlichen Bericht auf die schleppende Aufklärung hingewiesen und den Politologen Jan Stehle mit den Worten zitiert, dass es eine Verhöhnung der Opfer sei, wenn »ein früherer großer Verteidiger der Colonia Dignidad heute Justiz- und Menschenrechtsminister ist«. Larraín bremse und verzögere Initiativen und Zusammenkünfte zur Untersuchung der ehemaligen Foltersekte.

Die »Colonia Dignidad« (Kolonie Würde) war 1961 von Paul Schäfer in Zentralchile eröffnet worden. Der Gründer...

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