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12.02.2020 / Kapital & Arbeit / Seite 8

»Rettungsstrategie, um Laden am Laufen zu halten«

»Netzwerk Plurale Ökonomik« kritisiert »grüne« Finanzprodukte. Alternativen zum Neoliberalismus diskutiert. Ein Gespräch mit Helge Peukert

Simon Zeise

Sie haben das »Netzwerk Plurale Ökonomik« mitgegründet, um einen Gegenpol zum neoklassischen Mainstream aufzubauen. Wie erfolgreich gelingt Ihnen das an den Universitäten?

Das Netzwerk ist mittlerweile an etwa 35 Hochschulen vertreten. Nach der Finanzkrise von 2008 hatte es einen riesigen Zulauf. Die Studierenden hatten damals kaum Alternativen zu den Einführungsveranstaltungen, in denen unentwegt gelehrt wurde, Angebot und Nachfrage regulierten den Markt ganz von alleine. Ein Eingriff gefährde die freien Märkte und führe zu Wohlstandsverlusten, lautete die absolut vorherrschende Meinung. Doch als die Finanzkrise ausbrach, hat man gesehen, dass das nicht so ganz stimmen kann.

Spielt der Marxismus in den Wirtschaftswissenschaften an deutschen Hochschulen eine Rolle?

Nein, überhaupt keine. In den letzten 20 Jahren wurde keine ordentliche Professur an alternative Wirtschaftswissenschaftler in dem Fachbereich vergeben. Kritischer Nachwuchs hat an traditionell...

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