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08.02.2020 / Feuilleton / Seite 11

Spöttische Melancholie

Jutta Schlotts Gedichtband »Tigrisbrücken«

Ingeborg Arlt

Wenn die Sprache der Politik metaphorisch wird, fällt die nüchterne einer Dichterin auf: »wasser gurgeln blut und lehm«. Die Schweriner Autorin Jutta Schlott hat einen neuen Gedichtband veröffentlicht, »Tigrisbrücken«, und kommt in ihm ohne Genitivmetaphern, Neologismen und Wortwitze aus. Sie bedient sich der Alltagssprache und zwar derart lakonisch und kunstvoll, dass die legendäre Schärfe der antiken Lakonier in diesen Gedichten zum Gestaltungsmittel wird. Verse wie »ach fliegen / ach absturz / mein letztes vergnügen« sind dazu angetan, dem Lesenden in die Seele zu schneiden, nicht minder als jene, die das Heimweh aus Russland eingewanderter Deutscher beschreiben: »Was weinst du / die Kinder machen Abitur / Alle werden satt.«

Der Untertitel des Bandes behauptet, es handele sich um hier um »vermischte Gedichte«. Das ist das einzige, was man an diesem Buch nicht ernst nehmen muss. Schlott h...

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