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08.02.2020 / Feuilleton / Seite 10

Der Dammbruch

Geschichte wiederholt sich nicht nicht: Ein paar Takte zu Thüringen

Felix Bartels

Wer untot ist, ist noch nicht tot. Aber er lebt auch nicht mehr, und wer nicht lebt, tut besser daran, gleich ganz weg zu sein. Wenn er dann auch nichts ausrichtet, es entsteht zumindest Platz für Befugteres. Die Linke hatte den Zustand ihrer Untöte erreicht, seit sie begann, sich die Sorgen der Mitte zu machen. Ich will sie gar nicht tot, ich will sie wieder lebend. Wie reanimiert man einen Zombie?

Als die FDP Thüringen sich nach stolzen 5,0 Prozent im Landtag von der AfD in die Regierung wählen ließ, wurde es lebendig. Dass Sozialdemokraten und Grüne sowie diejenigen Konservativen und Liberalen, die dagegen waren, von einem »Dammbruch« sprachen, ist eitel und selbstgerecht. Dass Linke den Ausdruck sogleich übernahmen, dagegen kaum weniger als Todessehnsucht. Wenn man das Bild vom brechenden Damm mit dem Verstand anlangt, ruft es zwei Ideen hervor. Ein Damm schützt vor steigendem Wasser, indem er keine Lücke hat. Da breche also eine durchgehende, geschlo...

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