24.05.2003 / Titel / Seite 1

Conti schaltet auf stur

Continental AG: Mexikanische Gewerkschafter protestieren gegen Werkschließung

Reimar Paul, Hannover

Um sechs Uhr beginnt beim Automobilzulieferer Continental in Hannover die Frühschicht. Den zweiten Tag in Folge hatte gestern eine Gruppe mexikanischer Arbeiter vor dem Werkstor Stellung bezogen. Sie drückten den zur Arbeit hastenden Kollegen Flugblätter in die Hände: »Ein Jahr und fünf Monate ohne Lösung des Konfliktes! Ein Jahr und fünf Monate ohne Arbeit«, prangte als Überschrift auf den gelben Zetteln. Der Konflikt betrifft eine Tochterfabrik von Continental im mexikanischen Bundesstaat Jalisco. Ohne Vorankündigung und ohne einen gesetzlich vorgeschrieben Antrag gestellt zu haben, verfügte das Continental-Management im Dezember 2001 die Schließung des Werkes und setzte die rund 1160 Beschäftigten auf die Straße. Continental hatte die Aktienmehrheit an der 1935 von einem baskischen Geschäftsmann gegründeten Fabrik erst vor fünf Jahren erworben. Die entlassenen Arbeiter gingen nicht nach Hause, sondern besetzten statt dessen die Fabrikhallen. »Wir wolle...

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