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31.01.2020 / Feuilleton / Seite 10

Wie ein offenes Rasiermesser

Auf der Suche nach dem Menschen: Zino Wey inszeniert Büchners »Woyzeck« am Schauspiel Stuttgart ohne Gespür für Klassenfragen

Mesut Bayraktar

Georg Büchners berühmtes Dramenfragment »Woyzeck«, das er 1837 mit 23 Jahren verfasst hat, ist einer der beliebtesten Bühnentexte der Gegenwart. Die gewaltige Sprachkraft und die scharfen Konturen sozialer Klassengewalt ziehen bis heute Theatermacher an – zu Recht.

Denn »Woyzeck« liegt ein dramaturgisches Konzept zugrunde, das das moderne Drama einleitete. Es steht archetypisch für das episodische Theater, eine ästhetische Mitte aus epischem und dokumentarischem wie kathartischem, bestehend aus der Pluralität von selbstständigen Szenen, die ihren Sinnzusammenhang in einer angedeuteten, aber singulären geschichtlichen Aktion finden. Folgerichtig vermengen sich in dem Stück zentrale Fragen, die das Problem der Revolution im Vormärz thematisieren. Nicht ohne Grund basiert es auf realen, genau recherchierten Fällen.

Auch Regisseur Zino Wey hat sich nun für das Schauspiel Stuttgart des Stücks angenommen und seine Inszenierung auf die Frage zentriert: Was ist d...

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