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02.01.2020 / Ausland / Seite 7

Humanitäre Katastrophe

Vernachlässigte unbegleitete Minderjährige an EU-Grenze. Marokko bekommt trotzdem mehr Geld

Carmela Negrete

Ein kleiner Raum mit Dreistockbetten, überall Kinder. Sie schliefen auf dem Boden und sogar unter den Betten. Bilder nach einer unangemeldeten Kontrolle in einem Heim für Jugendliche, die sich allein auf den Weg nach Europa gemacht hatten. Am 31. Dezember hat die Stadt Melilla, spanische Exklave in Marokko, den Betreiber einer Flüchtlingsunterkunft wegen Vernachlässigung und Betrug angezeigt. Offenbar sind dort rund 850 Jugendliche statt der maximal erlaubten 350 untergebracht.

Vor der Presse erklärte Dunia Almansouri, Vizepräsidentin des Stadtrats für die sozialdemokratische »Koalition für Melilla«, die zusammen mit dem PSOE und den Ciudadanos regiert, dass die Situation eine »humanitäre Katastrophe« sei. Almansouri und ihre Partei fordern mehr Mittel von der Zentralregierung in Madrid für die Versorgung der Jugendlichen. Dem Onlineportal El Confidencial berichtete sie: »Der Geruch ist unerträglich«, da Betten die Fenster verstellten. Im Bad gebe es kein...

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