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28.12.2019 / Feuilleton / Seite 11

Wem würde da nicht Kant einfallen?

Beethovens Streichquartette sollten »ganz eigentlich studirt werden« – beispielhafte Abende mit dem »Belcea Quartet« in Berlin

Berthold Seliger

Seit dem Jahr 1804 organisierte Ignaz Anton Schuppanzigh mit seinem Streichquartett in Wien Aufführungen »auf Pränumeration«, also Abonnementkonzerte, für die Karten im Vorverkauf erworben werden konnten. Die zentrale Gattung der Kammermusik fand nicht länger als Privileg des Adels hinter verschlossenen Türen statt, sondern drängte in die Öffentlichkeit. Und die drei Streichquartette op. 59, die Ludwig van Beethoven in nur wenigen Wochen Ende Mai bis Anfang Juli 1806 komponierte, zeigen, wie er mit dieser neuen Öffentlichkeit umzugehen gedachte: Er schraubte den technischen und geistigen Schwierigkeitsgrad gegenüber seinen früheren Kompositionen für diese Besetzung noch einmal herauf; es ging ihm darum, die Zuhörer zu fordern, nicht sie irgendwo »abzuholen«.

Dass dies nicht ohne weiteres gelang, zeigen die Reaktionen des Publikums und der Musikpresse: »Verrückte« oder »keine Musik«, »Flickwerk eines Wahnsinnigen«, »tief gedacht und trefflich gearbeitet, a...

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