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16.12.2019 / Feuilleton / Seite 10

Belehrt von Wirklichkeit

Rosa-Luxemburg-Konferenz 2020: Hannes Zerbes Adaption des »Floß der Medusa«-Oratoriums von Hans Werner Henze

Florian Neuner

In seinen letzten Lebensjahren konnte sich der 2012 verstorbene Hans Werner Henze vor Aufträgen kaum noch retten: Die antiken Stoffe seiner Opern schmeichelten dem Bildungsbürgertum. Dazu schrieb der italophile Komponist eine Musik, die zwar zeitgenössisch war, die Hörer aber vor keine allzu großen Herausforderungen stellte und selten verstörte. Schon der junge Henze hatte Erfolge an wichtigen Opernhäusern gefeiert. Dass er – anders als seine Generationsgenossen Boulez, Nono oder Stockhausen – ästhetisch nicht nach radikaler Erneuerung strebte und bereitwillig den bürgerlichen Institutionen zuarbeitete, wurde dem jungen Mann aus Gütersloh gedankt. Es gab freilich auch Zeiten, in denen das Verhältnis Henzes zum deutschen Kulturbetrieb alles andere als ungetrübt war: die Jahre nach 1968.

Denn Hans Werner Henze trat der italienischen KP bei, reiste nach Kuba und machte auch bei seinen Auftritten in Deutschland kein Hehl aus seiner politischen Überzeugung. 19...

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