Gegründet 1947 Montag, 6. April 2020, Nr. 82
Die junge Welt wird von 2267 GenossInnen herausgegeben
29.11.2019 / Ausland / Seite 8

»Sie sagten, sie hätten keine Zeit, die Berichte zu lesen«

Julian Assange psychologischer Folter ausgesetzt. Verantwortliche Staaten ignorieren entsprechenden UN-Bericht. Ein Gespräch mit Nils Melzer

Ina Sembdner

Nach der Veröffentlichung Ihres Berichts »Entlarvung der Folter Julian Assanges« Ende Juni sind Sie am Dienstag erstmals vom Auswärtigen Amt eingeladen worden. Mit welchem Ansinnen?

Nach meinem Verständnis hat man mich eingeladen, um den Fall Julian Assange und andere Fragen zu besprechen.

Wie verlief das Treffen?

Ich hatte das Gefühl, dass mir das Auswärtige Amt, kurz AA, seine Bedenken darüber mitteilen wollte, dass ich mich so intensiv mit dem Fall beschäftige. Ich wurde wiederholt darauf hingewiesen oder zumindest gefragt, ob nicht andere Themen wichtiger seien für mein Mandat, also das Foltermandat. Ich habe versucht zu erklären, warum es so wichtig ist und dass es sich hier um einen Präzedenzfall handelt. Es geht um Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und die Integrität unserer Institutionen, nicht allein um die Person Assange. Natürlich auch um alle anderen Folteropfer, mit denen ich mich befasse. Das ist aber ein besonders wichtiger Fall, weil ich seh...

Artikel-Länge: 3869 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen
Bitte einloggen
Hilfe bei Einlog-Problemen

Abo abschließen

Gedruckt

Printabo

Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

41,80 Euro/Monat Soli: 52,80 €, ermäßigt: 29,80 €

Online

Onlineabo

24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

19,80 Euro/Monat Soli: 25,80 €, ermäßigt: 12,80 €

Verschenken

Geschenkabo

Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

41,80 Euro/Monat Soli: 52,80 €, ermäßigt: 29,80 €

Drei Wochen kostenlos probelesen!