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16.11.2019 / Ausland / Seite 2

»Das ist ein klassischer Staatsstreich«

US-hörige Außenpolitik: Bundesregierung begrüßt »Machtwechsel« in Bolivien. Ein Gespräch mit Heike Hänsel

Marc Bebenroth

Die Bundesregierung zeigte sich zufrieden angesichts des Rücktritts von Boliviens Präsident Evo Morales. Hat Sie das überrascht?

Es hat sich eher bestätigt, dass die Bundesrepublik eine US-hörige Außenpolitik in Lateinamerika betreibt und zudem doppelte Standards anlegt. Denn den Präsidenten von Honduras hat sie ohne weiteres anerkannt. Doch Juan Orlando Hernández hatte bei den zurückliegenden Wahlen verfassungswidrig ein weiteres Mal kandidiert. Ihm wurde aus Berlin unmittelbar zur Wiederwahl gratuliert.

Von einem Putsch in Bolivien will die Bundesregierung nicht sprechen.

Mit seinem formal erklärten Rücktritt folgte Morales dem Druck durch das Militär und der Gewalt auf der Straße. Rechte Milizen haben Abgeordneten der MAS (Movimiento al Socialismo – Bewegung zum Sozialismus, jW) den Zugang zum Parlament verweigert. Deshalb gab es dort auch keine Sitzung, in der der Rücktritt hätte akzeptiert werden können. Da kann man nicht von legalen Vorgängen in Bol...

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