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31.10.2019 / Feuilleton / Seite 8

»Das Massaker fand und findet hier kaum Beachtung«

Dokumentarfilm »Remember Odessa« ist für keinen Verleiher in der BRD von Interesse. Ein Gespräch mit Wilhelm Domke-Schulz

Frank Schumann

Sie haben einen Dokumentarfilm über das Massaker in Odessa 2014 gemacht. Damals überfielen ukrainische Neonazis und Nationalisten in der Hafenstadt ein Protestcamp, das sich gegen die Ausgrenzung und Unterdrückung der russischen Minderheit durch Kiew richtete. Dabei starben über fünfzig Menschen …

Genau genommen behandelt der anderthalbstündige Film zwei Tage: den 2. Mai 2014 und den 2. Mai 2018, als anlässlich des Jahrestages ukrainische Rechtsextremisten ihren damaligen »Sieg« unwidersprochen mit einem martialischen Marsch und üblen antisemitischen Ausfällen feiern konnten.

Dieser Film mit dem Titel ­»Remember Odessa« wird am heutigen Donnerstag erstmals in Tel Aviv gezeigt. Warum dort?

Weil inzwischen einige Überlebende und Betroffene des Massakers in Israel leben, die ihn sehen und verbreiten wollen. In Odessa gab es viele Juden, inzwischen sind es auf Grund des in der Ukraine herrschenden Antisemitismus weniger. Und es gibt eine inhaltliche Beziehung...

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