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29.10.2019 / Feuilleton / Seite 10

Weil sie etwas zu sagen hatte

Ein Nachruf auf die Schriftstellerin und kämpferische Antifaschistin Vera Friedländer

Frank Schumann

Wenn sie in letzter Zeit in der jW-Ladengalerie las, stand immer eine Tischlampe neben ihr. Sie sah zunehmend schlechter. Die Schrift, die sie beim Verfassen ihrer Texte im Computer wählte, wurde von Jahr zu Jahr größer. Und dennoch schrieb sie unablässig. Nicht aus Eitelkeit, sondern weil sie etwas zu sagen hatte.

Vera Friedländer, 1928 am Rande Berlins geboren, erlebte die Nazizeit in jungen Jahren sehr bewusst: Als ihre jüdische Mutter im März 1943 bei der sogenannten Fabrikaktion mit vielen anderen Juden in Berliner Betrieben festgenommen worden war, protestierte die 15jährige tagelang mit ihrem Vater und anderen in der Großen Hamburger Straße vor der von der Gestapo eingerichteten Sammelstelle, um die Deportation zu verhindern.

Im Jahr darauf wurde sie selbst zu Zwangsarbeit verpflichtet, musste Schuhe von in Auschwitz und anderen Vernichtungslagern Ermordeten sortieren und einer »Weiterverwertu...

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