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23.10.2019 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Fokussiert auf Kohle

Bangladesch setzt bei Energieversorgung zunehmend auf fossilen Brennstoff. Mehrere Projekte bedrohen Naturrefugium im Gangesdelta

Thomas Berger

Auch in Bangladesch gibt es zunehmende Proteste gegen die Klimapolitik der Regierung. Premierministerin Hasina Wajed und ihr Kabinett stehen vor einem Dilemma. Einerseits will das Kabinett die Stromversorgung für die fast 170 Millionen Einwohner garantieren und auch den weiter steigenden Energiebedarf absichern – was derzeit mit einem umfangreichen Ausbau der Kohlenutzung einhergeht. Eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes würde den Ausbau der Energieversorgung für die Gesamtbevölkerung, die sich auf relativ engem Raum drängt, momentan unmöglich machen.

Kohle machte bisher im Energiemix des Landes weniger als fünf Prozent aus. Doch allein bis 2022 soll dieser Anteil auf 50 Prozent steigen – nahezu alle neuen Kraftwerksprojekte, größtenteils mit ausländischer Hilfe (China, Indien, Japan) finanziert, basieren auf dem fossilen Brennstoff. Auf 40.000 Megawatt sollen die Erzeugerkapazitäten bis 2030 ausgebaut werden. Eine einzige riesige Anlage auf Moheshkali, eine...

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