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16.10.2019 / Feuilleton / Seite 10

Tief im Morast

Neues aus dem Gottesstaat: Margaret Atwood schreibt in »Die Zeuginnen« ihren feministischen Klassiker »Der Report der Magd« weiter

André Weikard

Eine Regel hat Margaret Atwood sich beim Verfassen ihres jüngsten Romans gegeben: Es dürfen nur Verhältnisse darin beschrieben werden, die es »in der Geschichte der Menschheit bereits gegeben hat«. So steht’s im Nachwort. Eine ungewöhnliche Auflage für eine Science-Fiction-Erzählung. Und doch eine, die den Clou des ganzen Projekts deutlich macht. Atwoods Geschichte von einer zum Gottesstaat degenerierten USA ist Dystopie und historischer Roman, Schreckgespenst und Schwarzbuch des Fundamentalismus zugleich.

Scheinhinrichtungen, Folter, Willkürmorde, all das gibt es in Gilead. So nennt sich »God’s own country«, das von fanatischen Puritanern gesäuberte »Land of the free«. Hier wird munter gesteinigt, vor Autoritäten gekniet, Vielweiberei und organisierter Missbrauch betrieben. Was man eben so kennt. Aus der Bibel. Und aus religiös-fundamentalistischen Regimen. Atwood holt die gesellschaftliche Rückständigkeit, die Verachtung der Frau, die Brutalität und die...

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