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15.10.2019 / Inland / Seite 8

»Ich will zeigen, dass wir ganz normale Menschen sind«

Einblicke in den Knastalltag: Inhaftierter betreibt Videoblog und kritisiert mangelnde Resozialisierung. Ein Gespräch mit Tomekk*

Christof Mackinger

Seit sieben Jahren sitzen Sie im Gefängnis und haben aktuell noch drei Jahre Haft vor sich. Wie lebt es sich in Deutschland hinter Gittern?

Man findet einen Weg damit klar zu kommen. Aber viele gehen auch daran zugrunde, durch Drogen oder wegen psychischer Probleme. Meine momentane persönliche Lage ist nicht gut. Die JVA Heidering (gehört zum Land Berlin, liegt aber in Brandenburg, jW), wo ich derzeit bin, ist eine vollzugstechnische Katastrophe. Die Unterbesetzung beim Gefängnispersonal führt zu einer angespannten Atmosphäre bei den Inhaftierten und den Beamten. Die Aufschlusszeiten wurden hier schon vor Monaten eingeschränkt und werden aktuell wegen Personalmangel weiter zusammengestrichen. Das bedeutet für uns oft nur zwei bis drei Stunden außerhalb der Zelle und damit einundzwanzig Stunden Einschluss am Tag.

Wen trifft man hinter Gittern?

Es ist wie eine Gesellschaft im Kleinen. Es gibt hier den Manager und den armen Schlucker, den aus dem Affekt hera...

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