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12.10.2019 / Feuilleton / Seite 10

Wem Ehre gebührt

Lesen Sie Olga Tokarczuk. Es lohnt sich

Reinhard Lauterbach

Polens Kulturminister Piotr Glinski wollte originell sein: Er habe nichts von ihr zu Ende gelesen, schrieb er auf Twitter. Soll heißen: weitschweifiges, verlabertes Zeug. Aber »ein großer Erfolg für Polen« sei die Auszeichnung von Olga Tokarczuk mit dem Literaturnobelpreis trotzdem. Die Abneigung zwischen der Romanautorin und Polens Regierenden ist gegenseitig. Sie hat sich aktiv an den »Schwarzen Protesten« polnischer Frauen gegen die Verschärfung des Abtreibungsrechts beteiligt, sie protestiert gegen die Aufmärsche sogenannter Patrioten. PiS-Chef Jaroslaw Kaczynski nannte ihren letzten Roman »Die Jakobsbücher« »antipolnisch« und meinte, gegen solche wie sie müsse Polens Ehre verteidigt werden.

Es ist genau andersherum. Olga Tokarczuk verteidigt mit ihrem Werk die Ehre der polnischen Kultur, zumindest derjenigen, die sich dem Nationalismus verweigert und nicht...

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