Der Schwarze Kanal: »Verkommen«
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10.10.2019 / Medien / Seite 15

Pranger für Journalisten

Mit dem »Sittenskandal« um Hajar Raissouni hat das Königreich Marokko seinen Feldzug gegen die freie Presse fortgesetzt

Jörg Tiedjen

Wer in Marokko das Missfallen der Monarchie erregt, muss sich in acht nehmen. Das bewies einmal mehr der Fall der Journalistin Hajar Raissouni. Am 30. September wurde die 28jährige von einem Gericht in Rabat zu einem Jahr Haft verurteilt. Was ihr vorgeworfen wird, sind eine nichteheliche Beziehung und eine Schwangerschaftsunterbrechung. Beides ist in dem Königreich, das sich gerne als »fortschrittlich« darstellt, verboten. Auch ihr Freund Refaat Alamin, der Arzt, der den Eingriff vorgenommen haben soll, der mutmaßliche Anästhesist und ein Assistent erhielten Gefängnisstrafen von acht Monaten bis zwei Jahren.

Am 29. August waren Raissouni und Alamin, ein Menschenrechtler aus dem Sudan, in einem aufwendigen Polizeieinsatz festgenommen worden, als sie die Praxis des Frauenarztes verließen. Unter entwürdigenden Bedingungen wurde Raissouni in einem Krankenhaus einer gynäkologischen Untersuchung unterzogen. Der Haftrichter setzte sie anschließend nicht wieder a...

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