Der Schwarze Kanal: »Verkommen«
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10.10.2019 / Feuilleton / Seite 11

Der menschliche Faktor

Und wie man ihn abschafft: Ang Lees Thriller »Gemini Man«

Peer Schmitt

Es führt kein Weg daran vorbei. Das Zielfernrohr auf der Knarre des Scharfschützen ist das Werkzeug unseres Blickes. Gezielt wird auf das Fenster eines in Hochgeschwindigkeit vorbeifahrenden Zuges. Der Finger am Abzug zögert und zittert leicht, bevor er dann doch noch den einzig richtigen Augenblick der Betätigung findet. Das Geschoss schlägt durch das Fenster im Kopf der dahinter im Zug sitzenden Zielperson ein. Treffer.

In der Eröffnungssequenz von Ang Lees neuem Film »Gemini Man« ist – wie bei einem Abschiedsfest – noch einmal alles Wesentliche versammelt, was mehr als ein Jahrhundert lang die Grundfesten des Kinos bildete.

Da ist zunächst die Analogie zwischen Kamera und Gewehr bzw. deren Einheit in untrennbarer historische Komplizenschaft – »der Nihilismus des Kamera-Gewehrs« schreibt Paul Virilio in »Krieg und Kino«. Und da sind natürlich die Eisenbahn und das dazugehörige Zugfenster, die schon die Voraussetzung eines »motorisierten« Bildes bzw. Bil...

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