Gegründet 1947 Sa. / So., 18. / 19. Januar 2020, Nr. 15
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25.09.2019 / Inland / Seite 8

»Mein Rauswurf bedeutete Stigmatisierung, Isolierung«

Ausstellung auf Verdi-Bundeskongress zu Berufsverboten. Aufarbeitung steht bis heute aus. Gespräch mit Dorothea Vogt

Susanne Knütter

Sie zeigen am Rande des derzeit laufenden Verdi-Bundeskongresses in Leipzig eine Ausstellung über Berufsverbote. Was ist da zu sehen?

Unsere Ausstellung zeichnet die Geschichte der politischen Diskriminierung in Deutschland seit den Karlsbader Beschlüssen im 19. Jahrhundert über das Kaiserreich, die Weimarer Republik, den Faschismus bis in die Nachkriegszeit nach. Sie nimmt insbesondere die Zeit der Adenauer-Regierung in den Blick, als die KPD verboten wurde und viele Kommunisten und linke Leute in der BRD verfolgt wurden. Die Ausstellung thematisiert den sogenannten Radikalenerlass von 1972, der den Zugang zum öffentlichen Dienst abhängig von der Bereitschaft machte, jederzeit für die »freiheitlich-demokratische Grundordnung« einzutreten. Es gab zwei Millionen Überprüfungen, Anfragen beim Verfassungsschutz, zwischen 35.000 und 40.000 Berufsverbotsverfahren und Tausende abgelehnte bzw. aus dem öffentlichen Dienst entfernte Menschen. Das betraf insbesonder...

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